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Februar 2018

Trends im Food-Marketing 2018

Christine Beushausen, Leiterin des „Team Food“ bei DRID und Stefan Ramershoven, Mitinhaber der Kjero GmbH, im Gespräch

Die Lebensmittel-Branche verändert sich rasant. Welche Trends werden das Food Marketing 2018 prägen? Auf welche Themen sollten Marketer jetzt setzen? Die Spezialisten von DRID servieren frische Ausblicke auf ein sicher genussvolles Jahr.

Was mir bei DRID immer wieder positiv auffällt ist, wie intensiv ihr euch mit den Entwicklungen und Trends in der Food-Branche befasst.

Ja, Genuss und Ernährung ist und bleibt einfach ein enorm wichtiges gesellschaftliches und wirtschaftliches Thema, da es ganz eng mit emotionalen Bedürfnissen verknüpft ist. Um unsere Food-Kunden wie Barilla oder Jacobs Douwe Egberts gut beraten zu können, müssen wir genau wissen, was unsere Zielgruppen umtreibt, welche Beziehung sie zu Nahrungsmitteln haben.

Was sind aus das deiner Sicht für Bedürfnisse?

Da ist z.B. der steigende Anspruch an Gesundheit und Umweltverträglichkeit. Gerade große Konzerne haben hier ein Glaubwürdigkeitsproblem, auch wenn sie wirklich „ehrliche“ Produkte herstellen. Transparenz, Natürlichkeit und Herkunft sind Themen, die die Food-Branche weiter prägen werden.

Dazu gehört auch eine authentischere Kommunikation, insbesondere über soziale Medien: Micro-Influencer statt Testimonials, Echtzeit-Video-Content statt klassischer TV-Spots. Gerade im Food-Bereich bieten sich tolle Möglichkeiten.

Was denkst du, warum ist das Thema Essen überhaupt so extrem wichtig geworden? Was steckt hinter dem ganzen Gesundheits- und Fitness-Hype?

Zum einen ist Essen ein wichtiges Mittel der Selbstinszenierung, mit dem man seine Werte und seine Individualität ausdrücken kann. Aber der große Wunsch nach gesunder Ernährung und bewusstem Genuss hat auch viel mit unserem stressigen Alltag zu tun. Dem versuchen die einen mit Selbstoptimierung und Leistungssteigerung zu begegnen. Andererseits entwickelt sich ein stärker werdender Trend zu Selbstfürsorge und Achtsamkeit. Interessant dabei ist, dass die Konsumenten immer individueller definieren, was gesund oder wohltuend ist. Das können bestimmte Inhaltsstoffe sein, denen eine besondere Wirkung zugesprochen wird, das kann das Fehlen von bestimmten Bestandteilen wie Zucker oder Zusatzstoffen sein oder aber es geht um edle – meist klein portionierte – Leckereien, mit denen man sich selbst verwöhnt. Die Vielfalt an Produktinnovationen im Food-Bereich wird also sicher noch größer werden.

Was meinst du, kommt in diesem Jahr sonst noch auf uns zu?

Was auch 2018 eine große Rolle spielen wird, ist das Bedürfnis nach sinnlicher Erfahrung: Lebensmittel wieder mit allen Sinnen wahrnehmen, näher dran sein am Produkt, am Ursprung, am besten direkt beim Erzeuger kaufen.

Aber auch industriell produzierte Produkte, die neue sensorische Erlebnisse bieten, haben gute Chancen, sei es über die Optik, ungewöhnliche Aromen oder die Konsistenz. Besonders gegensätzliche Kombinationen sorgen für einen Kick, sei es süß und scharf oder cremig und knusprig. Der Erfolg solcher Produkte liegt nicht nur darin, dass sie den einzelnen Konsumenten ein Erlebnis bieten, sondern – und das wirst du aus deiner Erfahrung bei Kjero bestätigen können – dass die Leute ihre Erfahrung auch in sozialen Medien teilen.

Richtig, je eindrücklicher die Erfahrungen unserer Produkttester sind, desto stärkere Effekte erzielen wir durch eine Word-of-Mouth-Marketing-Kampagne. Allerdings teilen immer weniger Konsumenten ihre Erfahrungen organisch. Die gezielte Aktivierung von Konsumenten im Marketing wird daher ein immer wichtigerer Bestandteil im Marketing- und Medien-Mix, um die positiven Erfahrungen von Konsumenten an die richtigen Touchpoints zu kanalisieren.

Dabei könnte auch Virtual Reality eine wichtige Rolle spielen, denke ich. Einige Hersteller experimentieren ja bereits erfolgreich mit virtuellen Markenerlebnissen.

Das heißt, nicht nur das Produktangebot wird immer vielfältiger, auch neue Technologien und Kanäle sorgen im Food-Marketing für eine Unmenge an Inspirations-, Informations- und Erlebnisangeboten.

Dabei fühlen sich viele Konsumenten ja heute schon ziemlich überfordert.

Was wiederum einen anderen Trend begünstigt: Curated Food. Immer mehr Menschen nehmen die Auswahl von Anbietern wie Kochhaus oder Hello Fresh an. Ich denke, in diesem Bereich liegt noch viel Potenzial. Das lateinische Wort „curare“ bedeutet ja „sich kümmern“. Das ist das, was Food-Marken noch stärker werden leisten müssen: den Verbrauchern Orientierung geben, sie bei einem gesunden Lebensstil unterstützen und ihnen den Alltag erleichtern.

Das Gespräch führte Stefan Ramershoven, Gründer und Geschäftsführer der Kjero GmbH, einem der führenden Anbieter für Word-of-Mouth-Marketing und Micro-Influencer in der DACH-Region.

Sie möchten mehr über Trends und Möglichkeiten im digitalen Food Marketing erfahren? Wir laden Sie herzlich ein zu unserer Roadshow „Food Marketing im digitalen Raum“, in der Sie inspirierende Einblicke in unsere Arbeit und Antworten auf Ihre individuellen Fragen erhalten. Die Präsentation ist kostenlos und kann gern in Ihren Räumlichkeiten stattfinden.

Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf und sichern Sie sich Ihren Wunschtermin – per Mail oder per Telefon unter +49 40 8814199-18.



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