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August 2016

Weniger ist mehr – mehr Raum für Neues

Ernst Rosenmüller, Geschäftsführer bei DRID

Wie ist das, wenn sich eine Kommunikationsagentur ein neues Corporate Design gibt und selbst in der Rolle des Kunden ist? Ernst Rosenmüller, Geschäftsführer bei DRID und Jens Windolf, freier Art Direktor, geben Einblick in einen spannenden Prozess.

Wie kam es zu der Entscheidung, das Erscheinungsbild von DRID komplett zu überarbeiten?

Ernst Rosenmüller: Im letzten Jahr haben wir uns als Agentur neu positioniert und unseren Fokus auf die digitale Markenführung gelegt, auf die Entwicklung von Digital-Strategien für unsere Kunden. Nun war die Frage, wie wir unsere Prinzipien der Markenführung auf unser eigenes Erscheinungsbild übertragen.

Diesen Prozess von der Strategie bis zur Umsetzung, den wir normalerweise bei unseren Kunden begleiten, haben auch wir komplett durchlaufen. Dabei mussten wir bei uns selbst erkennen, wie schwierig es sein kann, sich von Altem - auch Bewährtem - zu verabschieden.

Wie ist es euch gelungen, die Veränderungen bei DRID in das visuelle Erscheinungsbild zu übersetzen? Was ist neu?

Jens Windolf: Zunächst habe ich mich an die Überarbeitung des Logos gemacht, das ist ja die kleinste Einheit des Corporate Designs. Mir wurde schnell klar, dass die klare Ansage der neuen Positionierung „Markenführung im digitalen Raum“ nach einem einfachen, kühnen grafischen Statement verlangt. So habe ich nicht nur eine neue Typo gewählt, sondern auch die drei Streifen, die ehemals für die verschiedenen Kompetenzen von DRID standen, auf eine feste Länge gekürzt und auch fest mit der Wortmarke verbunden. Im letzten Schritt habe ich noch die bekannten DRID Farben Magenta, Rot und Orange aus dem Logo verbannt.

Ernst Rosenmüller: Zugegeben, erst mal musste ich schlucken. Speziell die DIN Schrift und auch die Farben waren ja starke Elemente unserer Markenidentität. Als ich dann aber das schlichte, einfarbige Logo in Kombination mit Fotos und anderen Hintergründen sah, erkannte ich, dass das der richtige Weg ist. Plötzlich war ich richtig dankbar, die ganzen verspielten Variationen über Bord werfen zu können. Denn durch die Vereinfachung bieten sich ganz neue Perspektiven. Wir haben dadurch eine starke und selbstbewusste Ausdrucksform gewonnen. Die Umstrukturierung und Neuausrichtung im Inneren der Agentur können wir endlich auch nach außen tragen.

Welche Rolle spielen Bilder in eurem neuen CD genau? Wie habt ihr eure eigene Bildsprache gefunden?

Ernst Rosenmüller: Die Frage war ja zunächst, wie das neue Logo im Kontext funktioniert, welche Spielformen es gibt. Und wollen wir unser Erscheinungsbild überhaupt mit Bildern und Emotionen aufladen? Für uns gehören aber visuell-inspirierte Welten einfach zu unserem Selbstverständnis und zu unserer Herkunft aus dem Design.

Jens Windolf: Bei der Suche nach adäquaten Motiven sind wir intuitiv vorgegangen und haben uns von verschiedenen Fotografen inspirieren lassen. Stock-Bilder kamen für uns nicht in Frage. In diesem Zuge haben wir eine ganze Serie von Text-Bild-Motiven mit außergewöhnlichen Charakteren und Settings entwickelt, die allesamt auf unsere Themen rund um die Digitalisierung einzahlen. Die Fotos stammen von renommierten Fotografen wie Dan Cermak, Torben Conrad oder Gerhard Linnekogel. Die Auswahl hat der Schweizer Filmregisseur Rainer Binz kuratiert.

Was hat sich auf der DRID-Website verändert? Welche Rolle spielt sie in der Agentur-Kommunikation?

Ernst Rosenmüller: Unser Online-Auftritt ist wesentlich kompakter und übersichtlicher geworden. Auch hier steht das Thema Markenführung mit den entsprechenden Leistungsbausteinen im Mittelpunkt. Und nach dem Motto „Weniger ist mehr“ haben wir auch unser Portfolio auf wenige ausgewählte Beispielprojekte reduziert. Aktuelle News und Einblicke ins Agenturleben findet man ab jetzt auf Facebook.



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Planen im digitalen Raum